Nicht erst seit gestern drückt uns die Sorge um die Zukunft der Gruppenstunde. Seit Jahren schon berät man sich in der JuBla- Landschaft, wie mit dieser Thematik vernünftig umgegangen werden kann. Zu Beginn jedes JuBla- Jahres steht dieses Traktandum wohl auf dem Hockblatt vieler Scharen: soll man sie bearbeiten? Soll man sie ersetzen? Durch was? Fragen, die ein Team ganz schön auf Trab bringen und halten können. Auch wir bei der JuBla Ratatouille sind davon nicht "verschont" geblieben. Immer wieder war die Angelegenheit "Gruppenstunden" Inhalt zahlreicher Diskussionen unter uns Leiterinnen und Leitern - bis wir uns zu Beginn des laufenden JuBla- Jahres endgültig damit auseinandergesetzt haben.
Die Situation vor dem Herbst 02: Meistens hat es zwei LeiterInnen, die zusammen eine Gruppe übernommen haben. Alle zwei, drei Wochen wurde mit den Kindern ihrer Gruppe Treffen organisiert. Aus Personal-, Zeit- und Motivationsmangel wurden diese Gruppenstunden dann je länger, je mehr in unregelmäßigen Zeitabständen durchgeführt. Im Klartext bedeutet dies, daß einige Kinder regelmäßig zusammen ihre Freizeit verbrachten, andere hingegen sahen sich über Wochen und Monate, nur noch an den Scharanlässen oder sogar erst im Lager.
Daß in diesem Bereich ein Umdenken stattfinden mußte, war unsere Priorität. Also haben wir uns für die Variante "Scharanlässe" entschieden. Die Idee: die ganze Schar trifft sich jeweils ein mal pro Monat und verbringt die Zeit zusammen. An diesen Treffen beteiligt sich entweder die ganze Schar an einer Aktivität der wir bilden Altersgruppen mit spezifischen Programmen. Der große Vorteil dieser Möglichkeit ist die Tatsache, daß die Leiter/innen als Team eine Kontrolle über die Aktivitäten mit den Kindern haben. Niemand der Teilnehmer/innen wird somit benachteiligt und vor allem ändern wir nichts an unserem "Kerngeschäft": die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen.
Die Erfahrung der letzten Monate hat nun gezeigt, daß sich dieses System bewährt. Es gefällt den Kindern, jeweils als ganze Schar zusammenzukommen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Und es gefällt vor allem den Leitern und Leiterinnen, da sie weniger von ihrer schon so knapp bemessenen Freizeit hergeben müssen.
Wir sind uns sicher, daß dieser "Strukturwandel" in unserer Schar nötig war, denn nur so können wir allen Kindern, die bei der JuBla Ratatouille mitmachen wollen, eine sinnvolle Freizeitgestaltung bieten. - Und: jedes dieser Treffen strahlt etwas Charme eines Lagertages aus. Wir fühlen uns fast wie zurückversetzt in den Lageralltag... Dieses Gefühl auch während des JuBla- Jahres wahrnehmen zu dürfen, ist Berechtigung genug, von Gruppenstunden auf Scharanlässe umzustellen. Wie es allerdings in fünf oder zehn Jahren aussehen wird, wissen wir nicht. Gut möglich, daß ein zukünftiges Team wieder auf Gruppenstunden zurückgreifen wird. Alles ist offen, wichtig ist bloß, die Zeichen der momentanen Zeit zu erkennen und richtig zu interpretieren. Diesen Weg zu beschreiten, sind wir als Team bereit...